Rückblick 2025

Das Thema 2025

Rostocker Stadtraum gemeinsam gestalten

Wie entwickelt sich unsere Stadt in den nächsten Jahrzehnten – und was machen wir dabei zukünftig mit unseren öffentlichen Räumen? Können hier offene Gestaltungsräume entstehen, die durch kreative, gemeinwohlorientierte Konzepte Begegnung und gemeinsames Erleben ermöglichen? Wichtig wäre es, den öffentlichen Stadtraum so zu nutzen, dass er den BürgerInnen aller Altersgruppen gute Angebote macht. Gemeinsam müssen wir überlegen: Wovon braucht unsere Stadt mehr – und wovon weniger? – Diese Nutzungen sind zu erproben, damit wir die Stadtentwicklung der Zukunft nicht nur dem „freien Markt“ überlassen. Dabei wollen wir den öffentlichen Raum so mitgestalten, dass sich die Menschen mit ihm – und darüber mit ihrer Stadt – identifizieren.
Eingedenk all dieser Fragen: Wo gibt es in Rostock Initiativen, die sich für neue Nutzungen im Dienst des Gemeinwohls engagieren? Die Räume für die Gemeinschaft schaffen und/oder gemeinschaftlich gestalten? Wo gibt es gemeinsames, auf Augenhöhe stattfindendes Nachdenken über Nutzungswünsche – und wer bringt sich hier konstruktiv ein? Wo verlassen Menschen als Vordenkende „eingefahrene Nutzungsstraßen“ und finden so neue Antworten, die die Stadt damit bunt, lebendig, sozial, ökologisch – und zukunftsfähig machen?
Wir als Richard-Siegmann-Stiftung sind der festen Überzeugung, dass unser gemeinsamer Umgang mit Stadträumen darüber entscheidet, in welche Richtung unsere Stadt sich entwickeln kann und wird. Und dass die Bereitschaft, sich für gemeinsamen Raum – egal welcher Art – gestaltend zu engagieren, maßgeblich zum Gelingen der Stadtgesellschaft beiträgt.

Medaillenpreisträger

Die "Plauderbankerbauer" der Nordlichtschule

Die mit 3.000 Euro dotierte Richard-Siegmann-Medaille geht in diesem Jahr an den Lehrer Timo Adebahr und die Klasse 6a der Nordlichtschule in Lichtenhagen. Prämiert wird der Bau von zwei sogenannten „Plauderbänken“. Die Idee dahinter: Menschen miteinander ins Gespräch bringen, das soziale Miteinander im Stadtteil stärken. Die Bänke entstanden unter fachlicher Anleitung der Lehrer in echter Teamarbeit: Verschiedene Klassenstufen waren bei den einzelnen Arbeitsschritten vom Bau des Banksockels über die Holzbearbeitung, die kreative Einarbeitung des Schullogos bis zur Installation vor Ort beteiligt. Seitdem erfreuen sich die Bänke in Lichtenhagen großer Beliebtheit.

Förderpreisträger

Societät Maritim e.V. und Graffitiprojekt Groß Klein

Die Stiftung vergab außerdem zwei Förderpreise und einen Sonderpreis. Ein Förderpreis geht an die Societät Maritim e.V. für die bisherigen langjährigen Leistungen und Verdienste des Vereins um den Erhalt des Hauses in der August-Bebel-Straße1 als öffentlichen Raum. Das „Graffitiprojekt Groß Klein“ erhält ebenfalls einen Förderpreis: Eine Gruppe von Groß Kleiner Jugendlichen um Till Hamann haben sich in ihrem Stadtteil für legale, frei nutzbare Graffitiflächen engagiert und darüber einen positiven Beitrag zum „Stadtraum gemeinsam gestalten“ geleistet. Weiterhin kann sich Christian Behn vom Hafen- und Seemannsamt über einen Sonderpreis freuen. Bei der umfangreichen Umgestaltung des Stadthafens setzt er sich seit Langem dafür ein, das Areal für die Bürger*innen der Stadt erlebbar zu machen, aber auch selbst anzupacken und neue Ideen einzubringen.